Kreuzberger Chronik
Juni 2019 - Ausgabe 210

EDITORIAL
Kurz vor Weihnachten klingelte es bei uns in der Redaktion, in der Tür stand schnaufend ein großgewachsener Mann, zwei DIN-A4-Blätter in der Hand: Karl-Heinz Gewandt. Er hatte unsere Geschichten mit den Zeitzeugenberichten über den Bombenangriff am 3. Februar gelesen.Karl-Heinz Gewandt wohnte damals mit seiner Mutter in der Gneisenaustraße 85, die Erzählungen von den verkohlten Leichen in der nahen Ritterstraße riefen in ihm die Erinnerungen wach. Gewandt ist heute 85 Jahre alt, aber den Geruch, der im Februar 1945 über Kreuzberg lag, hat er nie vergessen. Ebensowenig wie Franz, den polnischen Wehrmachtssoldaten. Die Geschichte in unserem Heft von 2018 nahm er zum Anlass, seine Erinnerungen an Franz aufzuschreiben. Wir haben sie abgedruckt - ebenso wie die Anekdoten über das Haus, in dem er aufwuchs. Und wir haben den Bäckerladen besucht, der heute in dem Eckhaus mit der Nummer 85 ist. Drei Geschichten über ein unscheinbares Haus in der Gneisenaustraße.

INHALT
Kreuzberger

Isabella Mamatis

Den Sozialismus, der mir vorschwebte, den wollte keiner haben

von Horst Unsold



© Außenseiter-Verlag 2019, Berlin-Kreuzberg