Kreuzberger Chronik
Juli / August 2003 - Ausgabe 49

EDITORIAL
1994 schrieb ich für den Freitag meinen ersten Artikel. Es ging um eine Gruppe junger Kreuzberger, die vor Gericht standen, weil sie eine Versammlung Rechtsradikaler in einem Lokal in SO 36 aufgemischt und eines der Mitglieder getötet hatten. Die Verhandlung war geprägt von Widersprüchen, Lügen und Wahrheiten, Tränen und Wutausbrüchen, die Waage der Justitia schwankte ratlos zwischen Schuld und Unschuld, und immer wieder zog sich das Gericht hinter geschlossene Türen zurück, um zu beraten. Jetzt landete ein Buch auf unserem Redaktionstisch, das die Ereignisse von damals noch einmal schildert. Das Buch ist spannend. Es zeigt die Wut und die Traurigkeit, die einige junge Menschen empfanden, als die Ausländerwohnheime brannten. Auch unser Thema des Monats ist nicht ganz unpolitisch – und wird uns bestimmt wieder einige böse Leserbriefe einbringen. Wir freuen uns schon darauf.

Hans W. Korfmann

P.S. Die Realität hat die Redaktion eingeholt: Seit Ende Juni ist das Grillen im Viktoriapark verboten.

INHALT
Manfred Maurenbrecher
Kreuzberger

Manfred Maurenbrecher, Künstler

»Für mich ist der 11. September noch immer der Tag, an dem die CIA den Präsidenten Allende wegputschte.«

von Thomas Heubner
Titelfoto: Kai-Uwe Heinrich



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