Kreuzberger Chronik
Dez. 2008/Jan. 2009 - Ausgabe 103

Literatur

Asche brennt auf meiner Brust


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von Nepomuk Ullmann

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asche brennt auf meiner brust
oder
beginn der dunkelheit


Nachts am grab
unter den kastanien
stand die witwe
eingehüllt in ihre langen haare
glitzernd und mondfädenfein
verwundert lächelten die hinterbliebenen
daß die liebe sich bis an das grab verirrt
jetzt erst spürte sie
die verwirrung
von leib und sehnsucht
so stand sie
sich die augen reibend
alles spiel des lichts trieb
in den fluten des mondes
und löste die seele in NICHTS



Entnommen aus dem noch unveröffentlichten Manuskrip »asche brennt auf meiner brust oder beginn der dunkelheit – narben, gedichte, texte« Nepomuk Ullmann, 2008

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